Kapitel 10: Drogenkonsum

Nicht alle Menschen reagieren auf eine bestimmte Dosis einer Droge genau gleich. Wir sehen das vor allem an der allzuleicht zugänglichen Gesellschaftsdroge Alkohol. Viele mögen sagen, dass es Ansichtssache ist, ob Alkohol eine Droge ist oder nicht. Aber bei Drogen gibt es keine Ansichten sondern nur Fakten. Das soll nicht heißen, dass ich puritanisch denke. Auch Abstinenzler bin ich nicht. Aber es ist immer die Frage, wie ich mit Drogen umgehe. Und das ist (zunächst) eine Frage des Charakters, später leider eine Frage der psychischen und/oder körperlichen Abhängigkeit.

Es gibt im Internet natürlich zahlreiche Seiten, die über das Thema Drogen berichten, sie kritisch und auch unkritisch darstellen, sie in den Himmel loben oder verteufeln. Ich selbst verweise auf eine sehr interessante Website, die zwar nicht vor dem Konsum warnt (das mache ich gleich noch), die aber sehr aufschlussreich über die derzeit gängigen Drogen berichtet:

http://www.beepworld.de/members75/hardbassboy21/drugs.htm

Man kann über Drogen (oft als Aufputsch- oder Beruhigungsmittel doch arg missverstanden) denken wie man will, Fakt ist, dass Drogen mehr oder weniger gefährlich in den psychischen und physischen Ablauf des Konsumenten eingreifen. Ich will dies einmal am Beispiel der eben allzu leicht verkannten Droge Alkohol zeigen:

Wenn ein Mensch, der noch nie mit Alkohol in Berührung gekommen ist, ein exakt 2cl großes Glas gefüllt mit 40%igem Schnaps trinken würde, dann würde er sofort(!) die Wirkung spüren! Das mag uns, die wir Alkohol zumindest gewöhnt sind, seltsam erscheinen, aber - wie gesagt - das ist Fakt. Da die wenigen Menschen, die noch nie Alkohol getrunken haben, schwer zu finden sind (es sei denn, man nimmt Kinder), lässt sich dies im Alltag leider schlecht nachweisen. Wie dem auch sei - bereits der erste Schluck Alkohol verteilt sich gleichmäßig im Körper, also auch im Gehirn, und zeigt Wirkung.

Mit der Zeit werden wir alle, das heißt, die Menschen, die Alkohol auch nur gelegentlich trinken, zu Trinkgewöhnten. Genauer gesagt: Das Gehirn lernt ziemlich bald die Wirkung kennen und stellt sich darauf ein. Genau dieses Faktum ist es, was die Droge Alkohol so gefährlich macht. Während es am Anfang noch zwei-drei Gläser Bier (Wein, Schnaps) sind, die einem die Wirkung in Form von Schwanken, Lallen oder Übelkeit aufzeigen, braucht es später immer mehr, um diesen Zustand herbeizuführen. Man ”trainiert” Gehirn und Körper an die Wirkung der Droge Alkohol und dem Umgang damit.

Diese Aussage ist in zweierlei Hinsicht zu betrachten: einerseits positiv und andererseits negativ. Positiv ist auf jeden Fall die Schutzfunktion des Gehirns für “seinen” Körper, die uns im normalen Trinkstadium (über das der durchschnittliche Alkoholtrinker nie hinausgeht) vor den lästigen Begleiterscheinungen (also Schwindel etc.) bewahrt. Negativ aber vor allem deshalb, weil sich die Schwelle, an der wir die Wirkung noch bewusst wahrnehmen, immer höher hinausschiebt.

Die Grenzen, ab wann Alkohol schädlich ist, sind fließend, und je nach Einstellung und Profession sehr unterschiedlich gesetzt: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft einen Menschen, der täglich mehr als 40g Alkohol zu sich nimmt (das sind entweder ca. 1 Liter Bier, also 2 Flaschen oder 5 Gläser à 0,2l; das sind aber auch 1/2 Liter Rotwein oder 10cl Schnaps) als “Missbräuchler” ein. Dieser Begriff kennzeichnet den Übergang zwischen einem Wenigtrinker und einem Alkoholiker, wobei das Grenzgebiet zwischen diesen Extremen doch recht groß ist.

Der Gesetzgeber in Deutschland misst wiederum die Gefahr in Promillewerten. Bei uns hat sich inzwischen die 0,5 Promille-Grenze als tabu zum Fahren durchgesetzt. Das bedeutet schlicht nichts anderes, als dass man mit 5 Glas Bier (0,2l) oder der entsprechenden Menge anderer alkoholhaltiger Getränke nicht mehr fahren KANN (also darf). Wenn jedoch der Alkoholtrinker meint, er wäre noch verkehrstauglich, hat bereits der negative Trainingsprozess begonnen, das heißt, man ist den Alkohol zumindest in dieser Menge schon so gewöhnt, dass man die Wirkung nicht mehr spürt.

Gleiches gilt natürlich auch für andere Drogen. Anfangs ist die Wirkung meist sofort zu spüren und wird sogar häufig als unangenehm empfunden. Später jedoch, mit zunehmenden Konsum, reicht dann die Dosis nicht mehr aus. Und je nach Gewöhnung kann man bald von Abhängigkeit sprechen und der Weg ins selbst gebaute Unglück ist absehbar.

Deshalb: Hände weg von Drogen!

Und auch für Alkohol gilt: Wenn schon regelmäßig, dann mäßig!

Auf jeden Fall aber:
Hände weg vom Steuer nach jeder Art von Drogenkonsum!